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Welcher Ayurveda Konstitutionstyp bist Du?

Als Grundlage jeder ayurvedischen Beratung dient die Bestimmung Deiner Konstitution (Prakriti). Das ist wichtig, um Dir passende, individuelle Empfehlungen zu Deiner Ernährung, Lebensstil, geeignete sportliche Aktivitäten, ja sogar evt. zur Berufswahl geben zu können. Die Empfehlungen dienen Dir, dass Dein Leben nicht aus dem Gleichgewicht gerät und Du Deine Gesundheit bestmöglich erhalten kannst.

Im vorigen Ayurveda Artikel konntest Du bereits einen Einblick in die verschiedenen Konstitutionstypen im Ayurveda erfahren. Auch die Begriffe „Dosha“ und  „Vata“, „Pitta“ und „Kapha“ sind für Dich nun keine Fremdwörter mehr.

Die eigene Konstitution zu bestimmen ist kein einfaches Verfahren, da viele Faktoren eine Rolle spielen und im Zusammenhang betrachten werden müssen.  Am sinnvollsten ist es hierfür mit einem Ayurveda-Arzt einen Termin zu vereinbaren. Dieser würde in einem Gespräch veschiedene Faktoren abfragen. Einige Attribute würde er äußerlich schon erkennen. Doshas, die das Verhalten prägen, würde er z.B. erörtern, in dem er Dir Situationen schildert und Dich fragt, wie Du wohl darauf reagieren würdest.

Damit Du aber, auch ohne ayurvedische Konsultation, schon mal  eine grobe Vorstellung Deiner Konstitution (also welches oder welche Doshas bei Dir vorherrschen) bekommst, habe ich Dir hier einen einfachen „Test“ zusammengestellt.

Download hier: Ayurveda Prakriti-Test

 

Durch das Ankreuzen der auf Dich zutreffenden Punkte und anschließendes Auszählen der Kreuze in den Spalten: Vata , Pitta und Kapha hast Du schon mal etwas an der Hand, womit Du Deine  Konstitution bestimmen kannst.

Wichtig beim Test ist, dass Du beim Beantworten der Fragen nicht nach Deinem aktuellen Zustand gehst! Warum? Der Fragebogen dient der Ermittlung Deiner ursprünglichen Konstitution „Prakriti“. Aktuell könnten bei Dir Doshas aus dem Gleichgewicht geraten sein und Dein Ergebnis, zur Bestimmung Deiner eigentlichen Konstitution, wäre verfälscht. (Für Deinen aktuellen Zustand „Vikriti“ gibt es einen weiterer Fragebogen, den Du im nächsten Ayurveda Artikel finden wirst, mit dem Du dann Veränderungen und eventuelle Störungen feststellen kannst.)

Wichtig für die Bestimmung  Deiner eigentlichen Konstitution ist, dass Du beim Beantworten der Fragen gedanklich ein Stück in die Vergangenheit reist. Welche Merkmale waren über einen langen Zeitraum konstant vorhanden? Erinnere Dich zum Beantworten bestmöglich an Deine Kindheit/ die Zeit als Jugendliche/-r, denn hier war Deine Konstitution am stärksten ausgeprägt.

Es werden nicht immer Merkmale aus einer Kategorie auf Dich zutreffen. Setze einfach nur Kreuze bei eben den Sachen, die Zutreffend für Dich sind, und zähle die Punkte zum Ende zusammen.

Viel Spaß beim Ausprobieren. Bei Fragen kannst Du Dich gerne an mich wenden.

Weiterführende Literatur:

Praxis Handbuch „Das NEUE Ayurveda“*

Vata, Pitta, Kapha!? Wat´n dat?

Jeder Mensch hat eine eigene Konstitution (Prakriti = Natur). Die Konstitutionstypen im Ayurveda sind geprägt von den Doshas: Vata, Pitta und Kapha. Sie bilden unsere individuelle Persönlichkeit, so ist jeder von uns einzigartig. Das heißt, in jedem von uns sind die Doshas vorhanden, doch sind unterschiedlich stark,  auf unterschiedlichen Ebenen ausgeprägt.

Ein Dosha ist eine Bioenergie/ein Grundfunktionsprinzip und setzt sich jeweils aus zweien der 5 Elemente zusammen. Doshas sind verantwortlich für unsere biologischen und psychischen Prozesse. Sowohl für die unseres Körper,  unseres Geistes als auch unseres Bewusstseins.

Somit spiegelt sich in unserer körperlichen Erscheinung und in unserem Verhalten unsere persönliche Doshaverteilung wieder. Sind die Kräfte in einem Gleichgewicht, sind wir gesund, entsteht ein Ungleichgewicht, können Krankheiten entstehen.

Welche Krankheiten entstehen, hängt z.B. mit dem entsprechenden Dosha zusammen, dass aus dem Gleichgewicht geraten ist, da es sich „erhöht“ hat/zu viel geworden ist.

In diesem Artikel möchte ich Dir erst mal „nur kurz“  die Doshas vorstellen, damit Du eine Vorstellung von der Thematik bekommst. Einen allgemeinen Abriss konntest Du bereits [hier] lesen. In weiteren Artikeln werde ich dann tiefer in die Bereiche mit Dir einsteigen.

Vata

ist das Bewegungsprinzip.

Elemente: Raum und Luft.

Vata zeigt sich beim Menschen auf körperlicher Ebene z.B. durch einige der folgenden Attribute:  hoch gewachsen, sehr schlank, feingliedriger Körper oder  feine, trockene Haare.

Auf geistiger Ebene fördert Vata z.B. Kreativität, Kommunikationsfähigkeit und Flexibilität

Ein Ungleichgewicht durch zu viel Vata würde sich zeigen u.a. durch:

  • Störungen im Bewegungsapparat, trockene Schleimhäute, Verstopfung.
  • Ängste, Schlafsörungen, Nervosität.

Pitta

ist das Umwandlungsprinzip.

Elemente: Feuer und Wasser.

Pitta zeigt sich beim Menschen auf körperlicher Ebene z.B. durch einige der folgenden Attribute:  mittlere Größe, sportlicher Körperbau, eine gut durchblutete Haut oder neigt zu Sommersprossen.

Auf geistiger Ebene fördert Pitta z.B. Intelligenz, Durchsetzungskraft und Humor.

Ein Ungleichgewicht durch zu viel Pitta würde sich zeigen u.a. durch:

  • Entzündliche Hautkrankheiten, Nachtschweiß, Gastritis.
  • Wut bis hin zu Hass, Eifersucht, übermäßiges kritisieren.

Kapha

ist das Stabilitätsprinzip.

Elemente: Wasser und Erde.

Kapha zeigt sich beim Menschen auf körperlicher Ebene z.B. durch einige der folgenden Attribute: einen starken Körper, kräftiges Haar, große Augen.

Auf geistiger Ebene fördert Kapha z.B. Gelassenheit, innere Ruhe und Geselligkeit.

Ein Ungleichgewicht durch zu viel Kapha würde sich zeigen u.a. durch:

  • Übergewicht, Antriebslosigkeit, Krankheiten die mit Verschleimung einhergehen.
  • Gier, Neid, Menschen/Dinge nicht loslassen zu können.

Im nächsten Ayurveda Artikel wird es darum gehen, wie Du selbst – mit Hilfe eines Fragebogens – Deinen Konstitutionstypen bestimmen kannst.

Weiterführende Literatur:

Praxis Handbuch „Das NEUE Ayurveda“*

Ayurveda Morgenroutine

Ayurveda  Morgenroutine

Ayurveda Dinacarya Morgenroutine
Ayurveda Dinacarya Morgenroutine

Im Ayurveda gibt es Empfehlungen für die Tages- und auch Nachtroutine: Dinacarya.

In dieser umfassenden Routine werden Empfehlungen zu allen täglichen Abläufen, wie z.B. Aufstehen, Schlafengehen, Körperpflege, Arbeiten, Entspannung, Bewegung und Meditation gegeben.

Hier stelle ich Dir heute einige Empfehlungen vor, von denen Du vielleicht schon mal ein paar in Deine Morgenroutine einfließen lassen möchtest.

Empfehlungen zur ayurvedischen Morgenroutine:
  • Nach dem Aufstehen auf den leeren Magen ein Glas warmes Wasser trinken, um Deinen Stoffwechsel anzuregen. Gleichzeitig hat dies eine reinigende Wirkung auf Deinen Dickdarm und Nieren.
  • Zungenreinigung: Das kannst Du mit einem Zungenreiniger machen, wenn Du keinen hast reicht auch erst mal Deine Zahnbürste. Neben der Mundhygiene verbesserst Du dadurch auch Deine Geschmackswahrnehmung.
  • Ölziehen – Gandusha: bewege etwas Öl in Deinem Mund für 5-15 Minuten hin und her. Sesamöl, Olivenöl, Mandelöl oder auch Sonnenblumenöl. Die Zeit kannst Du z.B. für die Frühstücksvorbereitung nebenbei nutzen. Diese Reinigungsmethode hält u.a. Deine Zähne und Zahnfleisch gesund.
  • Zahnpflege: Zähne putzen, Zahnzwischenräume, Zahnfleisch
  • Nasenreinigung: Die Nase gilt als Tor zum Kopf. Zur Vorbeugung von Krankheiten in diesem Bereich, reinige Deine Nase mit nassen Fingern oder wenn Du mehr Zeit hast führe eine Nasenspülung mit Salzwasser durch. Nach beiden Varianten gibst Du 2 Tropfen Sesamöl in Deine Nasenlöcher, massierst Deine Nase von außen und schnupfst etwas hoch.
  • Augenreinigung: Die Augen gelten als Sitz von Pitta und dem Element Feuer. Um Entzündungen vorzubeugen, reinige Deine Augen mit Wasser. Auf den Lidrand kannst Du einen pflegenden Kajal, der mit Kräutern hergestellt wurde auftragen.
  • Selbstmassage und Duschen: Du kannst die Massage gleich in Deiner Duschkabine durchführen mit oder ohne einem Hocker mit Handtuch zum Drauf sitzen/ oder auf dem Badewannenrand. Besonders in den ersten Wochen der Schwangerschaft, während der Menstruation oder bei Infekten verwendest Du kein Öl bei den Massagen. Kleine Ölmassage bei wenig Zeit: Kopf, Ohren, Füße. Ganzkörpermassage bei etwas mehr Zeit: Kopfhaut, Gesicht, Hals, Dekolleté, Schultern, Ellenbogen, Handgelenk, Hände, Brust, Bauch, Po, Rücken, Oberschenkel, Waden, Fußgelenke, Zehen nicht vergessen. Anschließend duschen und dabei nur wenig Seife verwenden. (Je nach Deinem vorherrschenden Dosha empfiehlt es sich bei Kapha einen Seidenhandschuh zur Massage ohne Öl zu verwenden. Für Vata ist Sesamöl oder Mandelöl gut und für Pitta Kokosfett.) Neben der Pflege Deiner Haut, beugen Ölmassagen der Hautalterung vor und versorgen sie mit Nährstoffen.
  • Haarpflege: Die Ölmassage hat die Kopfhaut bereits mit einbezogen, dies stärkt Deinen Haarwuchs. Wenn Du Zeit hast, lasse das Öl noch 1-2- Stunden einwirken. Deine Haare wäschst Du am besten mit handwarmem Wasser. Sie heiß zu Waschen wirkt sich schädigend auf Deine Haarwurzeln aus.
  • Kleidung: Kleide Dich möglichst mit natürlichen Stoffen und hellen freundlichen Farben. Deine Kleidung sollte bequem für Dich sein. Wärmende Farben (z.B. Gelb, Orange, Rot, Gold, Kupfer)sind besonders für Vata und Kapha gut. Kühlende Farben(z.B. Blau, Violett, Silber) werden für Pitta empfohlen.TrageSchmuck aus Edelsteinen oder Edelmetallen. Du kannst auch natürliche Düfte oder Blüten verwenden.
  • Körperübungen: Mache ein paar Dehnübungen oder Yoga oder Atemübungen oder Qi Gong/ Tai Qi
  • Meditation: Meditiere oder setzte Dich einfach nur in Ruhe ein paar Minuten hin und besinne Dich um Dich zu zentrieren.
  • Frühstück Wähle ein nicht zu schweres Frühstück, da im Ayurveda das Mittagessen die Hauptmahlzeit ist, die dann umso üppiger ausfallen darf.

Auf den ersten Blick erscheint die ayurvedische Morgenroutine sehr zeitaufwändig. Daher ist es wichtig, Kenntnisse über die Empfehlungen zu haben. Jeder Mensch hat seinen individuellen Tagesablauf, nicht nur durch unterschiedliche Arbeitszeiten.

Daher würde ich einem Menschen, der nur wenig Zeit am Morgen hat, empfehlen: sich erst einmal in Ruhe mit den Empfehlungen für die Tagesroutine auseinanderzusetzen und sich ihr schrittweise zu nähern. Für den Anfang, vielleicht ein Wochenende bzw. einen freien Tag wählen, um dann 1-3 Empfehlungen rauszusuchen. Beginne dann diese langsam in Deine eigene morgendliche Routine zu integrieren.

Beispielsweise  1. Ein Glas warmes Wasser auf nüchternen Magen, 2. Deine Nase reinigen und ölen und dann 3.  eine kleine Ölmassage (Hände, Füße, Ohren) vor dem Duschen.

Dann, nach einigen Tagen, auch mal andere Empfehlungen hinzunehmen oder austauschen, um zu spüren, was für Dich selber am passendsten scheint bzw. womit Du Dich bei knapper Zeit am wohlsten fühlst und nicht in Stress gerätst.

Hier kann auch eine Ayurveda-Gesundheitsberatung unterstützen. Es wird der aktuelle Tagesablauf erfasst und nach Schnittmengen zwischen den Empfehlungen und dem Alltag gesucht. Sind diese identifiziert, kann eine Modifizierung in Richtung Ayurveda stattfinden. In einem weiteren Schritt und, nach einem gewissen Zeitraum, wird das zur Routine. Damit wäre es an der Zeit, weitere Empfehlungen zu integrieren.

Ich wünsche Dir viel Spaß beim Ausprobieren!

Weiterführende Literatur:

Praxis Handbuch „Das NEUE Ayurveda“*

Chili

Chili ist nicht gleich Chili. Der Schärfegrad der unterschiedlichen Chilipflanzen kann erheblich variieren.

Kauft man sich „Chili“-Pulver handelt es sich sogar meist um eine Gewürzmischung. Neben z.B. Cayennepfeffer sind dann oft noch Knoblauch, Kreuzkümmel und weitere Zutaten beigemischt.

Möchte man nun also puren feingemahlenen Chili  verwenden, liegt man mit „Cayennepfeffer“ genau richtig. Oder man kauft sich gleich ganze Chilis, die man dann selbst verarbeitet.

Es gibt sehr viele unterschiedliche Chili Arten, die sich in Farbe, Größe und Schärfegrad unterscheiden.

Inhaltsstoff und für die Schärfe verantwortlich ist: Capsaicin.

Chili gehört zu den Nachtschattengewächsen und findet seinen Ursprung in Südamerika. Im 17. Jahrhundert wurde es mit den Portugiesen z.B. auch nach Indien gebracht, wo es sich heute großer Beliebtheit erfreut und aus der Küche kaum mehr wegzudenken ist.

Wie wirkt Chili?
  • Chili wirkt gegen Verunreinigung durch Keime in Nahrungsmitteln.
  • Durch die Schärfe wirkt Chili erhitzend auf unseren Körper.
  • Der Speichelfluss wird angeregt.
  • Die Verdauung wird gefördert.

Die erhitzende Wirkung von Chili ist oft nach dem Genuß schon spürbar. Es kann zu brennen beim Wasserlassen und Stuhlgang kommen.

Scharf gilt im Ayurveda als rajasisch, das heißt, dass das Einnehmen von scharfen Nahrungsmitteln auf geistiger Ebene zu:

  • Begeisterung,
  • Leidenschaft
  • aber auch zu Gereiztheit
  • oder Ärger führen kann.

Scharf mit seinen Eigenschaften heiß, trocknend und leicht:

  • hilft bei Schleim,
  • Stagnation,
  • Ansammlung von Feuchtigkeit im Körper,
  • gegen Kälte,
  • Übergewicht.

Zu vermeiden sind: länger, große Mengen von Chili zu sich zu nehmen, da dies zu entzündlichen Reaktionen in der Speiseröhre, Magen und/oder Darm führen kann. Auch Hautreaktionen sind möglich.

Chili
Chili

Aus ayurvedischer Sicht sollten Menschen mit Pitta Konstitution Chili vermeiden, da sie die eh vorhandene Eigenschaft heiß zu stark erhöhen würde.

Vata- Konstitutionen vertragen in geringen Maßen die Eigenschaften der Chili, bei zu viel würde Chili das Dosha Vata wieder erhöhen.

Kapha darf bei Chili auch ruhig öfter mal zulangen.

Bei Dosha-Störungen, die im Vata- oder Kapha -Bereich liegen, kann Chili also zum Ausgleich verwendet werden.

Weiterführende Literatur:

Praxis Handbuch „Das NEUE Ayurveda“*

Agni und Ama

Im Ayurveda werden Dir häufig die Begriffe „Agni“ und „Ama“ begegnen.

Was soll das sein und was haben die mit Deiner Gesundheit zu tun?

Mit Agni ist das „Verdauungsfeuer“ gemeint. Es ist wichtig um die Nahrung, die wir zu uns nehmen, optimal zu verdauen. Als Bild kannst Du Dir vorstellen: Wenn Dein Verdauungsfeuer gut entfacht ist, brennt es ordentlich was weg. Lodert Dein Verdauungsfeuer allerdings nur auf Sparflamme, wird die Nahrung nicht so schnell verdaut, nicht so gut verdaut und nicht so gut verarbeitet.

Agni ist nämlich für Deine Nährstoffaufnahme und die Assimilation der Nährstoffe zuständig. Somit schließt sich als logische Konsequenz an, dass Agni an der Gewinnung von Energie für Dich beteiligt ist. Ebenso hilft ein gut funktionierendes Agni bei der Immunabwehr,  Deiner Körperkraft und dem Aufbau Deiner Gewebe:

  • Lymphe und Blutplasma,
  • rote Blutkörperchen,
  • Muskeln,
  • Fettgewebe,
  • Knochen und Knorpel,
  • Nervengewebe, Knochenmark und Bindegewebe
  • sowie Fortpflanzungsgewebe

Die Geweb werden im Ayurveda übrigens „Dhatus“ genannt. Aber das ist eine andere Geschichte, auf die ich in einem weiteren Beitrag intensiver eingehen werde.

Und was ist Ama?

Ama sind die Abfallprodukte die im Körper entstehen können. Die da wären zum Beispiel Schlacken und Giftstoffe.

Um den Kreis zu schließen: Wenn Dein Verdauungsfeuer – also Dein Agni – nicht gut brennt, dann kann es zu Ama kommen. Die Nahrung, die Du zu Dir nimmst, kann so nicht mehr optimal verdauut werden.

Ama ist Unverdautes und diese unverdauten Bestandteile führen zu Gärprozessen in Deinem Körper. Sammelt sich Ama im Magen und Dünndarm an, belastet es Deine Organe und stört Deine Doshas.

So führt Eines zum Nächsten. Sind Deine Doshas dann nicht mehr im Gleichgewicht, können über kurz oder lang Krankheiten entstehen.

Weiterführende Literatur:

Praxis Handbuch „Das NEUE Ayurveda“*

Die 3 Doshas und die 5 Elemente

In diesem Beitrag findest Du einen kurzen Abriss über die 3 Doshas und die 5 Elemente aus dem Ayurveda. Sie spielen im Ayurveda eine grundlegende Rolle und hier bekommst Du schon mal einen kleinen Überblick. In folgenden Beiträgen werde ich noch mal ausführlicher auf die einzelnen Doshas und Elemente eingehen.

Die 3 Doshas

Im Ayurveda gibt es 3 energetische Wirkprinzipien (Doshas). Sie heißen Vata, Pitta und Kapha und geben dem Menschen seine individuelle Konstitution. Stehen die Doshas in einem Gleichgewicht zueinander ist der Mensch gesund, herrscht allerdings ein Ungleichgewicht, führt dies zu Krankheiten.

Vata ist als Prinzip der Bewegung für alle Bewegungsvorgänge im Körper zuständig, wie z.B. die Bewegung der Muskulatur und somit an allen dynamischen Prozessen beteiligt.

Pitta ist als thermisches Prinzip für Umwandlungsprozesse zuständig, wie z.B. die Verarbeitung von Nahrung oder auch die Körpertemperatur.

Kapha erhält als Prinzip der Struktur und Stabilität alles aufrecht, z.B. schmiert die Gelenke und den Darm für reibungslose Bewegungsabläufe

Die einzelnen Doshas haben unterschiedliche Eigenschaften.

Durch z.B. Nahrungsmittel können die Doshas gestärkt, vermindert, ausgeglichen werden.

Warum?

Nahrungsmittel besitzen ebenfalls Eigenschaften der Elemente, die Ihnen zugeordnet sind. Durch diese Zuordnung kann man gezielt Nahrungsmittel auswählen, die für die z.B. Verminderung, eines zu sehr gesteigerten Doshas, verwendet werden können.

In einem folgenden Artikel werden die einzelnen Doshas und die Eigenschaften der Elemente noch einmal vertieft und intensiver behandelt.

Wenn Du Dich parallel mehr zu dem Thema einlesen möchtest, empfehle ich Dir das Praxis Handbuch „Das NEUE Ayurveda“*.

Die 5 Elemente

Die 5 Elemente sind Luft, Feuer, Wasser, Erde und Äther. Sie Unterscheiden sich durch ihre Dichte, ob sie kalt oder heiß sind und ihre weiteren Eigenschaften.

Beispiele um die Elemente mit einigen ihrer Eigenschaften zu veranschaulichen:

Das Element Luft ist besonders stark an der Nordsee zu spüren, auf der Haut kann sich der Wind rau und kalt anfühlen. Oder: Hängt frische Wäsche auf der Leine, bläst der bewegliche Wind sie trocken.

Die Kraft des Feuers ist in der Wüste gut zu sehen, es ist heiß und die Hitze verbrennt die Luft, man sieht ein feines, bewegliches Flimmern.

Das Element Wasser sieht und spürt man, wenn man z.B. in einem See badet. Das Wasser ist angenehm kalt und feucht und die Oberfläche ist glatt.

Das Element Erde ist in der Gartenarbeit sehr präsent. Gräbt man mit den Händen eine Mulde, fühlt sich die Erde kalt an, man hat auch grobe, feste Erdbrocken in den Händen, die sich trocken anfühlen.

Das Element Äther ist der Raum, Äther ist somit überall in der Natur präsent. Im Herbst, wenn es kalt wird und die Blätter trocken und leicht zu Boden fallen. Im Äther findet bewegliche Aktivität und Kommunikation statt, wodurch alle Phänomene miteinander verbunden werden.

 

 

Weiterführende Literatur:

Praxis Handbuch „Das NEUE Ayurveda“*

Ingwer

Ingwer

Mittlerweile zu meinem absoluten Küchenstar geworden ist: der INGWER.

Täglich frischer Ingwer im Essen zu verwenden oder sich  ein Ingwerwasser zuzubereiten, ist eine einfache und wirksame Maßnahme zur Gesundheitsförderung.

Ingwerknolle
Ingwerknolle

Auf verschiedenen Gebieten habe ich ihn mittlerweile angewandt: ob zum Kochen, Trinken oder als Heilmittel. Er ist tatsächlich ein wahres Wundermittel. Nicht nur, dass er Speisen ein vorzügliches frisch, fein, scharfes  Aroma verleiht, er wird auch der Heilkraft wegen auf vielen Gebieten verwendet.

Besonders im ayurvedischen Bereich kann man viel über ihn lernen. Unterschieden wird in seiner Anwendung, ob man frischen Ingwer oder getrockneten verwendet. Das ist wichtig, weil er dadurch verschiedene Wirkungen entfaltet. Daher hat er auf Sanskrit auch 2 Namen: Ardrak (frischer Ingwer) und Shunti (getrockneter Ingwer).

Anwendungsbeispiele findest Du am Ende des Artikels.

Aber kommen wir zu den Fakten:

Frischer Ingwer ist eine Staudenpflanze. Es gibt mehrere Ingwergewächse – z.B auch Kardamom und Kurkuma – die eine eigene Pflanzenfamilie bilden.

Getrockneter Ingwer ist schärfer und stärker erhitzend als frischer Ingwer.

Inhaltsstoffe sind: Vitamin C, Calcium, Eisen, Kalium, Magnesium, Natrium, Phosphor, ätherische Öle, Scharfstoffe: Gingerole, Shogaole und Harzsäuren

Ingwer als Heilmittel

Nicht nur im Ayurveda, auch in der chinesischen Küche und Medizin wird Ingwer seit vielen Jahrhunderten als Heilmittel verwendet. Erst 1988 wurde Ingwer als Heilpflanze in Deutschland anerkannt.

Er hat eine entzündungshemmende und antioxidative Wirkung und kann dadurch vielseitig eingesetzt werden.

Ingwer hat eine reinigende Wirkung auf den Körper und stärkt bei regelmäßiger Verwendung das Immunsystem.

Vor dem Frühstück kann man bereits zur Aktivierung des Stoffwechsels und des Kreislaufs, sowie zur Unterstützung der Ausscheidungsvorgänge, ein Glas warmes Ingwerwasser trinken. Das Rezept für Ingwerwasser findest Du weiter unten im Text.

Es empfiehlt sich vor Allem morgens und vormittags Ingwerwasser zu trinken. Aufgrund der auch anregenden Wirkung von Ingwer (leicht vergleichbar mit Kaffee) ist es für manch einen besser, ab dem Nachmittag kein Ingwerwasser mehr zu trinken. Grundsätzlich ist es sinnvoll, am Vormittag mehr zu trinken als in der zweiten Tageshälfte.

Ingwer wirkt heilend auf folgende Bereiche:

  • die regelmäßige Verwendung von Ingwer stärkt das Verdauungssystem (Im Ayurveda das Verdauungsfeuer genannt : „Agni“)
  • er regt die Bildung von Magensaft, Speichel und Galle an
  • er regt die Darmfunktion an
  • wirkt heilend auf die Atemwege
  • anregend und belebend auf den Kreislauf
  • wirkt gegen geistige Schwere
  • weiterhin kann er zur Verbesserung des Appetits angewandt werden
  • und er unterstützt die Verarbeitung der Nahrung
  • der Blutkreislauf wird angeregt
  • er hat eine aphrodisierende Wirkung
  • ist erwärmend
  • und schweißtreibend

Ingwer verschafft Dir Linderung bei:

  • zuviel Schlacken (Ayurveda:“Ama“) im Körper
  • Erkältungen
  • Krankheiten, die mit Verschleimung einhergehen
  • Husten, Halsschmerzen
  • Übelkeit, Erbrechen
  • schwachem Immunsystem
  • Muskelschmerzen
  • Rheuma, Arthrose
  • Völlegefühl, Appetitlosigkeit
  • Bronchitis, Asthma
  • Verstopfung
  • Bakterien
  • schwachem Herz
  • Verdauungsstörungen
  • Hämorrhoiden, Ödeme

Wann solle man Ingwer nicht verwenden:

  • Bei Magengeschwüren
  • Übersäuerung des Magens
  • bei entzündlichen Hauterkrankungen
  • Gallensteinen
  • In der Schwangerschaft aufpassen: nicht mehr als zwei Gramm trockener Ingwer pro Tag einnehmen.
  • Bei  Schlafstörungen und hohem Blutdruck sollten ab dem Nachmittags kein Ingwerwasser oder viel Ingwer im Essen mehr zu sich genommen werden.

Anwendungsbeispiele

Ingwerwasser: 3 Scheiben frischer Ingwer in eine Tasse geben, mit kochendem Wasser aufgießen und 10 Minuten ziehen lassen.

Oder das Ganze für 10–15 Minuten kochen lassen (wird sehr intensiv).

Du kannst Dir auch gleich mehr zubereiten und in eine Thermoskanne füllen. So kannst Du das Ingwerwasser mit zur Arbeit nehmen oder auch zu Hause über den Morgen und Vormittag verteilt trinken.

  • Um Dein Immunsystem zu stärken sowie zum Entschlacken und Entgiften: morgens und vormittags heißes/warmes Ingwerwasser trinken
  • Bei wenig Appetit: vor dem Mittagessen eine dünne Scheibe frischen Ingwer mit Steinsalz bestreuen und etwas Zitronensaft essen.
  • Um die Verdauung/das Verdauungsfeuer „Agni“ anzuregen: ein Stück frischer Ingwer oder etwas heißes/warmes Ingwerwasser eine halbe Stunde vor dem Essen
  • Bei Magenkrämpfen/Verdauungsstörungen: heißes/warmes Ingwerwasser mit einer Prise Salz und ½ Teelöffel gemahlenem Schwarzpfeffer vermischt trinken.
  • Bei Übelkeit: klein geschnittene Ingwerstücke kauen und heißes/warmes Ingwerwasser trinken.
  • Bei Erkältung, Verschleimung und Halsweh hilft: 1 EL geriebener Ingwer, vermischt mit kochendem Wasser aufgießen und wenn er nicht mehr zu heiß ist 1 EL Honig hineinrühren. Besonders im Winter ist Ingwer ein guter Schutz vorbeugend vor Erkältungen.
  • Bei Husten hilft: heißes/warmes Ingwerwasser mit Salz und auch kleingeschnittener Ingwer in Salz getunkt kauen und ein wenig davon schlucken.